Rund um Winnenden

Für seine 50-jährige Mitgliedschaft im Mandolinenclub ist Horst Boegler (links) jüngst vom Vereinsvorsitzenden Dieter Haag geehrt worden. Bild: Schlegel

Liebe zum Zupfen ist übergesprungen

Schwaikheim. Bei den Boeglers die Mandolinen wegzudenken, ist ein Unding. Alle Kinder können Mandoline oder Gitarre spielen, Sohn Oliver dirigiert die Schwaikheimer Saitenmusiker, Sohn Peter arbeitet beim landesweiten „Zupfer-Kurier“ mit, und wenn eine Feier ansteht, wird Hausmusik gemacht. Dass Horst Boegler vor einem halben Jahrhundert dem Mandolinenclub beigetreten ist, hat in der Familie Kreise gezogen.

Vor allem Volkstümliches gehörte zum Repertoire des Mandolinenclubs, damals, vor 50 Jahren. „Grüß mir mein München“, war ein beliebtes Stück, erinnert sich Horst Boegler. Schwaikheim hatte 1959 weitaus weniger Einwohner, Kriegs-Flüchtlinge und Vertriebene hatten eine neue Heimat gefunden, neue Baugebiete entstanden. Der Mandolinenclub bot allen Geselligkeit.

Wirtin des Probenlokals nahm damals manchen Streich hin

Geprobt wurde seinerzeit im Gasthaus „Hirsch“. „Das waren noch schöne Zeiten“, denkt der heute 68-jährige Boegler zurück. Nach der Probe saß man gemütlich beisammen, und manchmal musste die Hirsch-Wirtin einen Streich hinnehmen. Horst Boegler erinnert sich an einen frisch gebackenen Kuchen, den die Wirtin unbeaufsichtigt ließ, und der den jungen Männern nach einem schnellen Manöver sehr geschmeckt hat. Die Wirtin klingelte prompt zu Hause: Ganze sechs Eier wären im Kuchen gewesen. „Und jetzt haben die ihn gefressen“, erinnert sich Boegler schmunzelnd.

Als später im „Hirsch“ nicht mehr geprobt werden konnte, räumte ein Musiker seine Garage und sein Souterrain aus, damit die Mandolinenspieler Platz hatten. Später wurde dann das eigene Clubheim gebaut. Horst Boegler war immer mit dabei, und er hatte auch in einem Trio mit Akkordeon, Mandoline und Gitarre eigene Auftritte.

Erst, als er 1966 heiratete, hörte er mit dem Mandolinenspiel auf. Dem Mandolinenclub blieb er aber dennoch treu, half bei Festen und Freizeiten, chauffierte Kinder. Nur selbst spielen will Horst Boegler nicht mehr.

„Die Mandoline zieht sich durch die ganze Familie“

Muss er auch nicht, gibt es doch in seiner Familie genügend Zupf-Begeisterte. Die vier Kinder können Mandoline oder Gitarre spielen, Sohn Oliver dirigiert, Sohn Peter macht die Redaktion für den „Baden-Württembergischen Zupfer-Kurier“. Auch im Württembergischen Zupf-Orchester spielen Kinder der Boeglers. Nicht alle wohnen in der Umgebung, doch wenn Proben in der Nähe anstehen, kommen sie und lassen die Enkel in Schwaikheim bei den Großeltern. „Die Mandoline zieht sich durch die ganze Familie.“

Inzwischen gibt es einige Enkel in der Familie, und Horst Boegler ist nach vielen Jahren der Arbeit im Klärwerk pensioniert. Er liest gern Spannendes in seiner Freizeit und interessiert sich für alles, was in Schwaikheim passiert. Ein Hobby, das er mit seiner Frau Ingrid teilt. Sie sitzt für die Grünen im Gemeinderat. Bei den Proben des Mandolinenclubs schaut Horst Boegler auch noch mal gern vorbei, und wenn der ein Konzert gibt, klar, „dann bin ich dabei“.

Artikel vom: WiZ 27.03.2009