Rund um Winnenden

Eine große Bandbreite von Musikstilen bot das Mandolinenorchester beim Benefizkonzert. Bild: Bernhardt

Vom Jazz-Pizzicato bis zur Lachmusik

Von unserer Mitarbeiterin Marisol Simon, Schwaikheim.

Ein ganz besonderes Ständchen gab es zum ersten Geburtstag der Bürgerstiftung: Der Mandolinenclub, dessen Akkordeonorchester und der Musikverein gaben in der gut besetzten katholischen Kirche ein reichhaltiges Konzert. Kostenlos, denn auch die eingesammelten Spenden gingen an die Schwaikheimer Bürgerstiftung.

Den Anfang machten die Mandolinen. Oliver Boegler dirigierte sieben Mandolinen, sieben Gitarren und einen Kontrabass. Die Frau am Bass machte den Rhythmus, mal zupfend, mal streichend. Mit dem ersten Stück, der „Andalusischen Romanze“, kam gleich Urlaubsstimmung in das architektonisch nüchterne Kirchenschiff. Und auch das bekannte Stück „Oh Marie“ von Eduardo de Capua, der Komponist von „O sole mio“, ließ Gedanken in die Ferne schweifen und brachte Erinnerungen an Sonne und Meer. Den Strandgefühlen setzt die a-Moll- „Chaconne“ von Ambrosius kurzerhand ein Ende, denn hier kämpfte sich ein Schiff durch das Packeis. Dramatische Szenen, musikalisch gut in Szene gesetzt - zuerst melancholisch und düster, bis zum glücklichen Ende, als das Packeis bricht und das Schiff gerettet ist.

Mit dem eigenwilligen „Jazz Pizzicato“ von Leroy Anderson, in dem eine Schreibmaschine, ein Sandpapier und eine Standuhr vorkommen, und dem sinnesfreudigen „Recuerdos de Alhambra“ zeigte das kleine Mandolinenorchester, welche Bandbreite es draufhat.

Die Dirigentin Janina Rüger und ihre zehn Akkordeonspielerinnen und -spieler haben sich an diesem Abend der musikalisch heiteren Seite verschrieben: Schon die „kleine Lachmusik“ brachte die Zuhörenden zum Schmunzeln. Ganz an Mozarts Nachtmusik angelehnt, geht das Stück plötzlich in den Radetzky-Marsch, in das Tatatata von Beethovens Fünfter oder in das Volkslied „Du, du liegst mir am Herzen“ über. Um ein paar Takte weiter wieder bei der ursprünglichen Komposition einzusteigen, als ob nie was gewesen wäre. Die sagenumwobenen sieben Schwaben und ihre Streiche hat der Komponist Adolf Götz zum Anlass genommen, sieben „Inspirationen“, für jeden der Schwaben eine, zu schreiben. Die unterschiedlichen Charaktere sind gut herauszuhören: von pfiffig bis tollpatschig, von bedächtig bis quirlig. Zum Abschluss gab es noch die Stimmungsstücke aus dem Film „Sister Act“: „Hail Holy Queen“ und als Zugabe „I will follow him“. Einen großen verdienten Applaus gab es dafür.

Der Musikverein füllte leicht den Altarraum aus. Die über dreißig Männer und Frauen an den Blasinstrumenten brachten auch gleich ganz andere Dezibel rüber. Unter dem Dirigenten Hans Wiesenmaier spielten sie dennoch gefühlvoll, ja fast zart, gleich ob feierliche Bach-Kantate oder verträumte Melodie am Flügelhorn, vom jungen Solisten Daniel Vollmer ausdrucksstark interpretiert.

Von Amore, Love und Freundschaft handelten die ausgewählten Stücke. Vom klassischen Händel - „Present of Love“ mit dem Tenorhorn-Solo von Hans-Peter Eberhardt - bis zum „Concerto d’amore“ - barocke Musik mit flottem Swing - die Musikerinnen und Musiker meisterten die Stücke bravourös. „Reschpekt, Reschpekt“, meinte denn auch Bürgermeister Gerhard Häuser, der gleichzeitig auch als Erster Vorsitzender der Bürgerstiftung fungiert. „Eine hervorragende Leistung, Gratulation!“