Das Frühlingskonzert des Mandolinen- und Akkordeonorchesters in der Gemeindehalle – langjährige Tradition in Schwaikheim. Doch diese wurde in zwei Corona-Jahren unterbrochen. Können wir spielen – kommen trotz 3G-Regeln und Maskenpflicht ZuhörerInnen? So wurde das traditionelle Konzert letzten Sonntag auch zu einem neuen Anfang für SpielerInnen und ZuhörerInnen. Dirigentin Janina Rüger-Aamot schilderte, wie der Probenbetrieb erst abgebrochen und später eingeschränkt möglich war, und wie das Orchester seine Musik und seine ZuhörerInnen vermisste. Dann begann das Akkordeonorchester sein Konzert, das unter dem Motto „Ernst ist das Leben – heiter die Kunst“ stand. Die Dirigentin sagte eine Serenade Mozarts an – und die MitspielerInnen machten spontan eigene Vorschläge, was zu spielen sei – „Schuhplattler!“, „Radetzky Marsch“, „Bauernhochzeit aus der Moldau!“ ... Nein! Die Dirigentin beharrte auf Mozart. Was folgte – eine amüsante Mischung aus kleiner Nachtmusik und den genannten Stücken, die die SpielerInnen der Dirigentin unterjubelten. Daraus wurde „eine kleine Lachmusik“, die die Zuhörer bestens unterhielt. Dann forderte doch der Ernst des Lebens in Form des Ukraine-Krieges seine Aufmerksamkeit. Die Akkordeonspieler trugen dem mit dem Lied „Dona nobis pacem – schenke uns Frieden“ Rechnung und manche Zuhörer sangen spontan mit. Weitere Lieder forderten zur positiven Sichtweise des Lebens auf – „Always look on the bright side of life“ und „Viva la vida“ der Gruppe Coldplay. Auf komödiantische Weise verabschiedeten sich die Akkordeonspieler – einer nach dem anderen verließ mitten in der „Abschiedssinfonie“ die Bühne, bis schließlich Charlotte Karger, die das Stück arrangiert hatte, der Dirigentin den Taktstock entriss und die letzten beiden Spielerinnen zum Schluss dirigierte.
Nachdem die ZuhörerInnen eine heitere Pause verbracht hatten, übernahmen Emilia Hansen (7 Jahre) und ihre Mutter Maren Hansen die Bühne mit zwei Stücken für Mandoline und Gitarre. Es folgten Lina Koch und Thekla Mattischeck mit dem fetzigen „Tin Pan Alley Rag“ im Duo sowie das Nachwuchstrio „Saitengang“ mit Tango Argentino.
Das Mandolinenorchester unter Dirigent Utz Grimminger bot als erstes die Ouverture „L´ Etoile du Bonheur“ aus der Frühzeit der Mandolinenorchester um 1900 zu Gehör. Vom romantisch-leisen Beginn über verschieden schnelle Themen und eine Solokadenz (Maren Hansen) zum sich steigernden Schluss waren die vielen Klangfarben und Schattierungen vertreten, die ein solches Orchester vermitteln kann. Es folgten bekannte, eingängige Melodien, die die SpielerInnen des Zupforchesters in der Coronaphase Zuhause geübt und Dirigent Utz Grimminger im Heimstudio zu Aufnahmen zusammengefügt hatte – von „Azzurro“ ,“Ich will keine Schokolade“, „A Banda“ und „Sofia“ bis zum „Wellerman“, in dem jedem Instrument des Orchesters eine Strophe gewidmet war.
Der Neuanfang war gemacht, die ZuhörerInnen haben dem Verein die Treue gehalten, auch Familien mit Kindern sind zum Stammpublikum dazugekommen.
Vielen Dank für Ihren Besuch und Ihre Spenden – die Hälfte der gespendeten Erlöse werden wir an die Schwaikheimer Ukrainiehilfe Domdai weitergeben.
Manfred Rothfuß