Zu seinem Vereinsziel erklärte der 1921 gegründete Mandolinenclub Edelweiß „Wandermusik in geselligem Kreis“. Und kein Tag im Jahr kann diesem Ziel besser entsprechen als der 1. Mai! Ausgangspunkt und Abschluss bildete in den früheren Jahren das Vereinsheim, dort begannen die Musiker mit einem Ständchen und ließen den Tag zusammen gemütlich ausklingen. Musizieren und Marschieren klappt nicht von alleine - es wurde zuvor auf einer Wiese eingeübt.
Ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 1962 schildert eine solche gelungene 1. Maiwanderung: „Es war ein schöner Tag, so richtig zum Wandern, als sich die Mitglieder und Freunde des Mandolinenclubs Schwaikheim um 7 Uhr vor dem Spargeschäft Laier trafen. Frohgelaunt wurden die Instrumente gestimmt und los ging es mit einem flott gespielten Marsch in Richtung Korber Kopf. Auch diesmal hatte man mit einer guten Beteiligung an der schon seit Jahren zur Tradition gewordenen Maiwanderung gerechnet. Aber selbst die Optimisten hatten sich sehr verschätzt. Als man die Gruppe nachzählte, kam man auf die stattliche Zahl von 130 Wanderern. Mit Gesang und Musik ging es durch den Wald und die Weinberge zum Schützenhaus Korb. Nach ausgiebiger Stärkung führte der Weg zum Hörnleskopf. Mit fröhlichen Liedern ging es weiter zum Heppacher Kopf, von dort über die „Wengertstäffele“ hinab. Mit Musik bestieg man gegen 14 Uhr den Bus, der die frohgelaunten Ausflügler nach Schwaikheim zurückbrachte, wo man mit Hallo ins Mandolinenheim einzog und auf der Terrasse noch beisammensaß.“
Nach der Erweiterung des Vereins um die Akkordeonabteilung waren die Maiwanderungen weiter fester Bestandteile des jährlichen Vereinslebens. „Pünktlich um 8 Uhr Abmarsch beim Mandolinenheim“, so war das damals in den 1970er Jahren, erzählt der älteste Aktive des Akkordeonorchesters, Armin Anschütz, 84. Gemeinsam mit den beiden Abteilungen des Mandolinenclubs sind auch weitere Schwaikheimer unterwegs gewesen. Selbstverständlich wurden auch Musikinstrumente mitgeführt und Musik gemacht. Gewandert wurde bei Wind und Wetter. „Manchmal wunderten sich die Leute, woher die Musik kam, wenn das Akkordeon unterm Regenmantel gespielt wurde“, erinnert sich Hanne Eckstein, die auch schon seit 1975 dabei ist. Die Wanderziele waren z.B. Leutenbach, Winnenden, Hanweiler oder Affalterbach. Dort wurde eingekehrt, musiziert und getanzt. Gestärkt mit einem ordentlichen Vesper wurde spät abends der Heimweg angetreten. Und da Bilder mehr sagen als 1000 Worte hier auch einige bildliche Erinnerungsstücke.
Es bleibt zu hoffen, dass in absehbarer Zeit, das gemeinsame Vereinsleben und insbesondere der Probenbetrieb im Vereinsheim wieder aufgenommen werden können…
Manfred Rothfuß und Gerold Stark
Für die Berichtsserie "Mandolinenclub Schwaikheim besteht 100 Jahre"