Dem unwillkommenen Wintereinbruch zum Trotz bot der Mandolinenclub Schwaikheim bei seinem Frühlingskonzert auf einer blütenbeschmückten Bühne Musik aus sonnigen Gefilden. Vorstand Jörg Schmidt begrüßte ein treues Schwaikheimer Stammpublikum, ergänzt durch einige neue Gäste und lud zu einer musikalischen Reise rund um das Mittelmeer ein.
Den Beginn machten drei Gitarrenschüler mir ihrer Lehrerin Thekla Mattischeck mit einem Friedenslied aus Israel und dem zum Mitpfeifen einladenden Tiritomba, sie meisterten Ihren Auftritt sehr gut. Unter der souveränen Leitung von Dirigent Utz Grimminger ging die Reise weiter mit dem Mandolinenorchester über Griechenland (Tanz des Dionysus, klanglich erweitert durch ein Hackbrett), einem ruhigen Abendlied aus Israel (Erev Ba) zu türkisch-orientalischen Klängen, die einer Dame aus Üsküdar gewidmet waren.
Dass ein Verein mit etwa 35 aktiven Musikern eine solche Veranstaltung zustande bringen kann, ist nur durch treues Engagement seiner Mitglieder möglich. Jörg Schmidt konnte fünf Jubilare ehren (siehe Bericht letzte Woche). Vom Mittelmeer führte die Reise zu einem italienischen Alpenpasse, wo in der kleinen Kapelle San Lucio die Glocken (am Vibraphon: Heidi Laier) erst zum Gebet, dann zum Fest riefen. Das Orchester ließ die Zuhörer die unterschiedlichsten Stimmungen miterleben. Weiter ging's zum blauen Meer Italiens, wo ein Seemann seine Liebste einlud, mit ihm zu fahren (Vieni sul mar). Da Reisen hungrif macht hatten die Spieler mediterrane Snacks vorbereitet um die Zuhörer zu stärken.
Die zweite Runde eröffnete das Schülerensemble der Akkordeonabteilung "BigOne" mit einem Menuett aus der Wassermusik G.F. Händels und der Zugabe "Bella Italia". Dirigentin Janina Rüger bot mit dem Akkordeonorchester zunächst exotisch bunte Klänge, welche Eindrücke aus Tunesien wiedergaben, am Schlagzeug sorgte Jonathan Butsch präzise für die rhythmischen Akzente. Durch seine informativen Ankündigungen führte Jörg Schmidt wie immer gekonnt durchs Programm und bereitete die Zuhörer bei "La Mer" auf die verschiedenen Stimmungen des Meeres (an der französischen Küste) vor, bei "Granada" auf ein Kunstlied, welches zahlreiche Operntenöre dargeboten haben. Das Akkordeonorchester musizierte geschlossen in großer Bandbreite von Rhythmen und Klangfarben.
Zum Schluss gesellten sich die Spieler des Zupforchesters zu den Akkordeonisten auf die Bühne, um gemeinsam den Triumphmarsch aus der Oper Aida (Zielort am Mittelmeer: Ägypten) darzubieten. Ebenso gemeinsam erfolgte die Zugabe "Neapolitanisches Ständchen", welches vielleicht so mancher Zuhörer auf seinem kühlen Heimweg vor sich hin summte.
Manfred Rothfuß